Schwarzenberger Schokozwerg
Limitierte Sonderedition anlässlich 875 Jahre Stadt Schwarzenberg
Gestatten, ich bin der Schwarzenberger Schokozwerg!
Weshalb es mich gibt? Hinter dieser Frage verbirgt sich eine irre Geschichte, die tatsächlich in der Historie der Stadt Schwarzenberg ihren Anfang nimmt.
In diesem Jahr – 2025 – blickt die Stadt Schwarzenberg auf ihr 875-jähriges Bestehen. Und eigentlich denkt man, alles über die Stadt zu kennen: Sie trägt den liebevollen Beinamen „Perle des Erzgebirges“, in ihrem Wappen kämpft der tapfere Ritter Georg mit einem Lindwurm, der nach überlieferter Sage die Stadt und ihre Menschen in grauer Vorzeit tyrannisiert haben soll. Natürlich gewinnt der Ritter das Duell und ist seither Held und Wappenfigur der Stadt.
Zudem ist die Stadt Schwarzenberg im Erzgebirge – zumindest im Osten des Landes – bekannt als Wiege der Waschmaschine. Denn hier wurde die elektrische Waschmaschine erfunden und fast 100 Jahre lang in unterschiedlichen Modellen gebaut. Und um Schwarzenberg rankt sich der Mythos der „Freien Republik Schwarzenberg“, basierend auf der geschichtlichen Tatsache, dass das Gebiet um die Stadt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs – also im Mai 1945 – für 42 Tage unbesetzt blieb. Sechs Wochen, in denen weder die Russen noch die Amerikaner kamen. Aus dieser geschichtlichen Besonderheit leiteten Künstler später die Fiktion einer „Freien Republik“ ab, getrieben von dem Gedanken „was wäre gewesen, wenn … keiner gekommen wäre.“
Das alles ist bekannt, oft berichtet, hinterfragt und weitererzählt. Und doch gibt es immer mal wieder kleine Dinge der Vergangenheit, die nicht so bekannt, oder beinahe in Vergessenheit geraten sind. Wie beispielsweise: „Die Schokoladenseite der Stadt Schwarzenberg“.
Wie bitte, werden einige nun denken? Doch tatsächlich gab es in der Stadt Schwarzenberg vor einigen Jahrzehnten eine Schokoladenfabrik. Die hat 1869 ein Mann namens Hugo Lein gegründet. Später übernahm dessen Sohn Otto Lein die Fabrikation von „Schokolade in Tafeln aus entöltem und leicht entöltem Cacao, Vanille-Chocoladen und Dessert-Bonbons“, wie es in einer Anzeige um 1900 hieß. Diese Schokoladenfabrik befand sich direkt am Bahnhof. Otto Leins Nachfolger wurde ein gewisser Alex Tauchnitz, der die Schokoladenfabrik am Bahnhof (heutige Bahnhofstraße 18) bis Ende 1934 führen sollte. Dann aber musste Tauchnitz Konkurs anmelden. In einer Konkurs-Versteigerung im Februar 1935 kamen all die Maschinen zur Herstellung der Schokoladen, Desserts und Bonbons unter den Hammer.
Unweit vom Bahnhof, an der Gartenstraße in Schwarzenberg, stand die Kutzscher-Fabrik. Dabei handelte es sich um eine Metallwarenfabrik, die von Friedrich Wilhelm Kutzscher Junior geführt wurde, und in der unter anderem auch Gießformen für Schokoladenhohlkörper herstellt wurden. Wie der Zufall es will, wurde 2024 eine solche Form – einst hergestellt in Schwarzenberg – im Internet zur Versteigerung angeboten. Beate Kindt-Matuschek, eine Journalistin aus Schwarzenberg, ersteigerte diese Form, in der – so man sie mit köstlicher Schokolade befüllt – kleine Zwerge entstehen.
Zwerge, wie sie einst auch im Firmenlogo der Firma Heymann aus Schwarzenberg zu finden waren. Diese Firma Heymann wiederum war eine Schokoladen-Großhandlung. Inhaber Paul Heymann. Er, ebenso wie ein gewisser Walter Herrmann oder eine Anna Schneppe betrieben in Schwarzenberg Handel mit Schokolade und Zuckerwaren, und bereichern damit die beinahe in Vergessenheit geraten „Schokoladenseite der Stadt Schwarzenberg“.
Mit der historischen Gießform in Händen und dem Wissen um das geschmackvolle Können von Sophia Lenk, einer jungen Konditormeisterin aus Schwarzenberg, wurde bei einem gemütlichen Kaffeetrinken von den zwei Frauen die verrückte Idee geboren: Zum 875-jährigen Bestehen der Stadt Schwarzenberg einen kleinen Schokozwerg aus der historischen Form in frischer belgischer Zartbitter-Schokolade in limitierter Anzahl herzustellen.
Dank der freundlichen Unterstützung durch die Crottendorfer Räucherkerzen GmbH, deren Konditorei Sophia Wolf heute leitet, und mit dem Okay ihres Chefs, Mirko Paul, die Umsetzung einer limitierten Schokozwergen-Edition hat möglich werden lassen, haben Sie lieber Kunde jetzt mich – einen dieser Zwerge – in Händen.
Oder vielleicht schon auf Ihrer Zunge?
Und sollten Sie noch mehr über den Schwarzenberger Schokozwerg, die Schokoladenfabrik, die Zuckerwaren-Händler und Kaffeeröstereien der Stadt Schwarzenberg erfahren wollen, dann schauen Sie sich (bevor Sie mich ganz und gar vernaschen) mal auf der Internetseite der Freien Presse Schwarzenberg um. Viel Spaß beim Stöbern und Genießen!
Ihr Schwarzenberger Schokozwerg!